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  • - Bischof Gmür kritisiert Schweizer Asylpolitik
    Kritik an der Asylpolitik in der Schweiz hat der katholische Bischof Felix Gmür von Basel geübt. Wer in die Schweiz komme, gelte im besten Fall als Wirtschaftsflüchtling, "meistens jedoch als Krimineller", sagte der Bischof im Interview der Zeitung "Der Sonntag". Der 45-Jährige ist seit gut einem Jahr als Bischof von Basel Nachfolger des heutigen Kurienkardinals Kurt Koch (61), als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates vatikanischer "Ökumeneminister". In der Ausländerfrage erkennt Gmür eine wachsende Polarisierung in seinem Land. "Es geht nur noch um Parolen, nicht mehr um Problemlösung", so der Bischof. Er sprach sich dafür aus, gegen die "sehr kleine Minderheit" krimineller Asylsuchender "anständig, aber konsequent" vorzugehen. Grundsätzlich aber müsse gelten, "bis ein Asylentscheid vorliegt, sollten wir von einem echten Flüchtling ausgehen. Und nicht von einem Verbrecher". Zugleich bedauerte Gmür unter Verweis auf Blogs und Kommentare in Newsportalen, dass Ausländerfeindlichkeit offenbar "bis zu einem gewissen Maß salonfähig" in der Eidgenossenschaft geworden sei. Die Kirche, bedauerte der Bischof, sei für die meisten Menschen heute zu einer bloßen "Anlaufstelle" bei Ereignissen wie Taufe, Hochzeit oder Beerdigung geworden. Das Evangelium verschwinde zunehmend aus dem Bewusstsein, und das habe auch Auswirkungen auf die Zahl der Priesterberufungen. Gmür: "Wir sind eine Gesellschaft, die an den Fortschritt glaubt, und dieses Wissen ist für viele nicht vereinbar mit dem Glauben. Wir wissen immer mehr - so viel, dass wir glauben, alles allein zu können." In der Kirche müsse "volksnäher" geredet und vor allem gelebt werden, sagte der Bischof. Im Alltag müsse wieder ein gelebtes Christentum eine Rolle spielen.

  • - Jaschke: Durch Glaubwürdigkeit Vertrauenskrise überwinden
    Bei der Bewältigung der aktuellen Krisen in Politik und Gesellschaft sollte die Kirche nach Ansicht des Hamburger Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke eine Vorreiterrolle übernehmen. "Die Kirche gewinnt Vertrauen durch glaubwürdige Personen, durch den offenen, angstfreien Dialog auf allen Ebenen", sagte Jaschke zum Abschluss der 39. Sankt Ansgar-Woche am Sonntag im Hamburger Mariendom. "Die Finanzkrise wird immer unübersichtlicher und nimmt kein Ende. Die Leitwährung Vertrauen nimmt immer größeren Schaden", so Jaschke. Die Krise könne nur durch aufrichtige Neuanfänge bewältigt werden. "In Politik und Gesellschaft wollen wir uns zu Verantwortung und vorbildlichem Handeln ermutigen", sagte der Weihbischof. Freilich stehe die Kirche selbst vor einem Glaubwürdigkeitsproblem. "Sie will für Vertrauen stehen und hat es doch bitter missbraucht", so Jaschke. Mehr Menschen als je zuvor verließen die Kirche. "Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass die Menschen uns weglaufen. Unsere Leidenschaft für den Menschen muss die wahre Leidenschaft für Gott werden." So könne wahrhaftiges Gottvertrauen wachsen und aus der Vertrauenskrise herausführen, sagte der Weihbischof.

  • - Arabische Bischöfe fürchten islamischen Fundamentalismus
    Der algerische Erzbischof Ghaleb Bader fürchtet einen wachsenden religiösen Fundamentalismus in der islamischen Welt. Dieser stehe dem Christentum in muslimischen Ländern oft schroff feindselig gegenüber und beunruhige die Christen vor Ort, sagte der Erzbischof von Algier am Wochenende bei einer Veranstaltung des katholischen Hilfswerks "Kirche in Not" in Köln. Er gab zu bedenken, dass etwa in Ägypten in den vergangenen zehn Monaten während des "arabischen Frühlings" in Ägypten mehr Christen ermordet worden seien als in 30 Jahren unter dem Regime von Präsident Hosni Mubarak. Der libanesische maronitische Bischof Samir Mazloum erklärte bei der Veranstaltung, dass sich die Christen im Nahen Osten und insbesondere in seinem Nachbarland Syrien unsicher fühlten. Auch andere religiöse und gesellschaftliche Minderheiten fürchteten "das, was das bisherige Regime unter Assad ersetzen könnte", so der emeritierte Kurienbischof. Im Falle eines Sturzes von Präsident Baschar al-Assad sei nicht klar, ob die Rechte der Bürger bestärkt oder islamistische Strömungen die Freiheit unter einer neuen Diktatur beschneiden würden. Auch der Nahost-Experte von "Kirche in Not", Pater Andrzej Halemba, bezeichnete die arabischen Revolutionen als einen "Sturm", dessen Richtung noch nicht klar sei. Halemba betonte auch die gefährliche Situation der Christen in Nigeria, wo die islamistische Terrorgruppe Boko Haram mit brutalen Mitteln dafür kämpfe, die Christen des Landes der Scharia zu unterwerfen.

  • - Katholiken weihen neue "Kirche am Meer" ein
    Der katholische Bischof Felix Genn aus Münster hat am Samstag in Schillig bei Wilhelmshaven eine neue "Kirche am Meer", die St. Marienkirche, eingeweiht. "Menschen suchen hier am Meer nach dem Mehr in ihrem Leben", sagte er bei der Feier. Der 4,7 Millionen Euro teure Bau am Nordsee-Strand war notwendig geworden, weil die 1967 errichtete alte Kirche baufällig geworden war. Die neue katholische Kirche steht in einer protestantischen Region. In unmittelbarer Nähe liegt der deutschlandweite größte Campingplatz. In dem Ort Schillig leben nur 116 Einwohner, doch zählt er pro Jahr rund 1, 2 Millionen Übernachtungen von Urlaubern. Genn sagte, die Kirche in der Urlaubsregion müsse den Suchenden einen Raum zum Auftanken zu geben, "wenn der Akku leer ist". Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen, beglückwünschte die Schwesterkirche zu ihrem Neubau. Er erinnerte daran, dass die evangelische Kirche in Friesland seit vielen Jahren Projekte und Aktionen unter dem Motto "Kirche am Meer" gestalte. Der Grundriss der neuen St. Marienkirche hat die Form eines geschwungenen Kreuzes. Von außen ist sie einer steil aufragenden Welle nachempfunden, erläuterte Kirchensprecher Peter Waschinski. In der Kirche finden rund 220 Besucher Platz.

  • - 50. Geburtstag von "Biblische Reisen" gefeiert
    Sein 50-jähriges Bestehen hat am Samstag das kirchennahe Tourismusunternehmen "Biblische Reisen" gefeiert. Bei einem ökumenischen Gottesdienst betonte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst, Reisen führe zusammen, verbinde und bilde. An den in der Heiligen Schrift benannten Orten werde deutlich, dass Gott in der Geschichte an konkreten Orten und durch konkrete Menschen handle. Solche Orte könnten den Glauben sinnlich erfahrbar machen und Reisenden einen Weg in die eigene Tiefe und zu eigener religiöser Erfahrung erschließen. Fürst würdigte auch die Initiative des Unternehmens, 2012 erstmals "Biblische Reise für Atheisten" anzubieten. Darin liege eine große Chance, Suchenden den Zugang zu einem Sinn zu eröffnen, mit dem sie sich sonst vielleicht eher schwer täten. Der evangelische württembergische Landesbischof Frank Otfried July betonte, bei den Fahrten seien Weggemeinschaften auf Zeit entstanden, bei denen die Reisenden Orten begegnet seien, "die Symbole des tragenden Grundes sind, auf dem wir stehen". Der Geschäftsführer des Unternehmens, Georg Röwekamp, sieht Reisen neben Kunst als "einzige Möglichkeit, Religion noch einmal neu ins Gespräch zu bringen" und "sanfte Zugänge" zum Thema Glauben zu schaffen. 2011 fuhren etwa 20.000 Menschen mit dem Unternehmen in Urlaub, der Umsatz lag bei 28 Millionen Euro. Die GmbH hat 50 Angestellte. Einziger Gesellschafter ist der Verein "Ökumenischer Arbeitskreis für Biblische Reisen", hinter dem das Katholische Bibelwerk und die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft stehen.

  • - Schnee in Rom: Papst muss Großaudienz absagen
    Das ungewöhnliche Winterwetter in Rom hat auch Auswirkungen auf den Terminplan des Papstes. Wegen des starken Schneefalls und der nichtgeräumten Straßen in der "Ewigen Stadt" musste die für Samstag geplante Audienz von Benedikt XVI. für 7.000 Teilnehmer des Jugendmissionswerkes Sermig abgesagt werden. Die Anreise war ihnen unmöglich, da es nach den Schneefällen vom Freitag auch in der Nach weiter Niederschlag gegeben hat und die weiße Pracht in der italienischen Hauptstadt liegengeblieben ist. Zuletzt hatte es Anfang 1986 in der Stadt Rom ähnliche winterliche Wetterverhältnisse gegeben. Auch damals blieb der Schnee über längere Zeit liegen. Der öffentliche Nahverkehr in Rom ist fast zum Erliegen gekommen, zumal auch etliche Bäume unter der Schneelast zusammengebrochen sind und Busspuren blockiert hatten. Die wenigsten Römer haben Winterreifen für ihre Autos, manche behelfen sich mit Schneeketten. Römer und Touristen nutzten daher den Samstag für Spaziergänge, um den Petersplatz oder das Kolosseum in dem ungewöhnlichen Weiß zu fotografieren.

  • - Kardinal Meisner würdigt Gründer von Kirche in Not
    Zum neunten Todestag von Pater Werenfried van Straatens (1913-2003) hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner dessen Leben und Werk gewürdigt. Auch heute stehe der Gründer des internationalen katholischen Hilfswerks "Kirche in Not" immer noch da als "der große Sammler - mit seinen großen Händen, mit seinem großen Herzen, mit seinem großen Millionenhut", sagte er am Samstag in einem Gottesdienst im Kölner Dom. Zu Lebzeiten habe er mit seiner Großzügigkeit Menschen angesteckt. So seien auch sie als Sammler tätig geworden und immer noch unterwegs, um Menschen zum Christentum zu führen, so der Kardinal vor rund 400 Mitgliedern und Freunden von "Kirche in Not". Am Gottesdienst nahm auch der algerische Erzbischof Ghaleb Bader teil. Der Kardinal erinnerte an die vielfältigen Ideen Pater Werenfrieds zur Sammlung der Christen. So habe er die Ausbildung von Priestern unterstützt, Priesterberufungen gefördert oder mit der Aktion "Kapellenwagen" in abgelegenen Regionen für Gottesdienste gesorgt. "An Fantasie hat es Pater Werenfried nie gefehlt", so Meisner. Er forderte das Hilfswerk auf, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Gestalten wie Werenfried van Straaten stünden immer in der Gefahr, von ihren Freunden und Verehrern "mumifiziert" zu werden. Das aber würde im Falle von "Kirche in Not" aus dem Hilfswerk ein Museum machen. Der niederländische Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten starb am 31. Januar 2003 in Bad Soden. Er hatte "Kirche in Not" 1947 damals unter dem Namen "Ostpriesterhilfe" gegründet. Weil er anfänglich bei flämischen Bauern unter anderem Hunderte Tonnen Speck für heimatvertriebene deutsche Katholiken sammelte, wurde er auch als "Speckpater" berühmt. Seine Organisation ist heute in rund 140 Ländern aktiv und hilft der katholischen Kirche dort, wo sie unterdrückt wird oder zu wenige Mittel für die Seelsorge hat.

  • - Merkel trifft zum Ende ihrer China-Reise einen Bischof
    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beendet am Samstag ihren Besuch in China. Am Vormittag wird es in Guangzhou ein Frühstück mit dem Parteisekretär der Provinz, Wang Yang, geben. Im Anschluss besichtigt die Kanzlerin die Kathedrale von Guangzhou und wird sich dort mit dem Bischof treffen. Ein geplantes Treffen mit Journalisten der regimekritischen Nanfang-Gruppe findet nicht statt. Am Mittag wird die Kanzlerin nach Berlin zurückfliegen.

  • - Zahl der Toten bei Unruhen in Ägypten auf sechs gestiegen
    Nach dem Blutbad in einem ägyptischen Fußballstadion richtet sich der Volkszorn zunehmend gegen den das Land regierenden Militärrat. Auf dem Kairoer Tahrir-Platz, auf dem vor einem Jahr Zehntausende den Rücktritt des langjährigen Machthabers Husni Mubarak erzwungen hatten, forderten Demonstranten am Freitag den Rücktritt des Gremiums, das überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten Mubaraks besteht. Bei Zusammenstößen in mehreren ägyptischen Städten am zweiten Tag nach den Stadionkrawallen mit 74 Toten wurden nach amtlichen Angaben 6 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

  • - Russland beschließt Wiedereinführung des Religionsunterrichts
    Mehr als 90 Jahre nach Abschaffung des Religionsunterrichts führt Russland das Fach wieder an allen Schulen ein. Ab dem kommenden Schuljahr 2012/2013 werden mehrere religiöse Wahlfächer sowie Ethikunterricht landesweit angeboten, wie die Regierung laut russischen Medien am Freitag mitteilte. Bis März sollen demnach die Schüler und ihre Eltern zwischen christlich-orthodoxer, islamischer, buddhistischer und jüdischer Religionskunde sowie Ethik und einem Fach über die Grundlagen der Weltreligionen wählen. Nach der Oktoberrevolution 1917 hatte das kommunistische Regime Religionslehre an den Schulen verboten. Seit 2010 besuchten Viert- und Fünftklässler in 21 der 83 Regionen des Landes einen Probeunterricht. Dabei wählten nach Angaben des Bildungsministeriums 42 Prozent der Schüler Ethikunterricht, 30 Prozent "Grundlagen der orthodoxen Kultur", 18 Prozent "Grundlagen der Weltreligionen" und 9 Prozent "Grundlagen der islamischen Kultur". Buddhistische Religionskunde besuchte dagegen nur ein Prozent der Schüler, jüdische Religionskunde noch weniger. Die orthodoxe Kirche und die muslimische Gemeinde hatten den Probelauf als Erfolg gewertet. Kritiker meinten jedoch, die rund 15.000 weltlichen Lehrer seien für den Unterricht in Fortbildungskursen nur unzureichend geschult worden. Von Februar bis August ist nun ein erneutes Weiterbildungsprogramm für Lehrer vorgesehen. Die Wiedereinführung des Religionsunterrichts war in Russland lange stark umstritten. Inzwischen ist jedoch laut Umfragen die große Mehrheit der Russen dafür.

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