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Kath. Gemeinde St. Engelbert feierte letzten Gottesdienst mit Christian BeckerAbschied von einem geradlinigen PfarrerPRESSESPIEGEL | | Gevelsberg, 31.01.2010, Ina BlumenthalGevelsberg. Über Schalkes Trainer und Manager Felix Magath sagt man, dass er kein Blatt vor den Mund nähme. Gleiches bescheinigt die katholische Gemeinde St. Engelbert auch ihrem scheidenden Pfarrer und bekennenden Schalke-Fan Christian Becker. Und um im Jargon zu bleiben: Aus "Steh' auf, wenn du Schalker bist" wurde im Pfarrsaal "Steh' auf für Pfarrer Becker", so voll war es im Raum, dass nur die wenigsten einen Sitzplatz bekamen.
Geradlinig, direkt, manchmal vielleicht auch zu direkt, unkompliziert, spritzig, mit einem guten Draht zu den Kleinsten - so beschreiben die Gemeindeglieder ihren scheidenden Seelsorger. Die Kindergartenkinder aus Engelbert und Liebfrauen sangen: "Warst in Engelbert Pastor, ziehst die Chinesen vor", denn Becker tritt in Kürze seinen Dienst in Hongkong an (wir berichteten).
"Nie ein Blatt vor den Mund genommen"
Vor allem den Jüngeren fiel der Abschied schwer. "Du warst spitze", lobten die Kinder, und: "Es fällt uns schwer, dich ziehen zu lassen." Wenn Monika Klein an ihre erste Erfahrung mit Pfarrer Becker denkt, huscht ein Lächeln über das Gesicht der Mutter. "Was Mütter immer so sagen", hatte Becker den Kindern der Kleins mit auf den Weg gegeben und damit erste Pluspunkte bei ihnen gesammelt. "Es ist total schade, dass er geht", findet Monika Klein. Das denkt auch Josef Comos, der Leiter des Kirchenchors: "Pfarrer Becker hat nie ein Blatt vor den Mund genommen und war ein Mann des offenen Wortes, das hat mir gefallen, wenn es auch für den ein oder anderen schwierig war."
Christian Becker war im Oktober 2005 aus Bochum nach Gevelsberg gekommen und hatte die Aufgabe, die beiden katholischen Gemeinden Liebfrauen und St. Engelbert zusammenzuführen. "Keine leichte Aufgabe und eine große Baustelle", wie auch Lothar Isken-Nieder, Vorsitzender des Gemeinderats in seiner Dankesrede festhielt. Becker selbst nutzte seine letzte Predigt vor der Gemeinde, um allen Mitgliedern noch einmal die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Prozesses des Zusammenwachsen der einst autarken Gemeinden, der immer noch nicht abgeschlossen sei, vor Augen zu führen.
"Du bist ein Mann, der immer das rechte Wort gesagt hat bis hinein in die Predigten. Du warst eine gute Stütze in der Zeit der Umstrukturierung", dankte auch Heinz-Ditmar Janousek, Propst der Großgemeinde St. Marien, zu der die katholischen Gemeinden Gevelsbergs nun gehören.

| Auch Gemeinderatsvorsitzender Lother Isken-Nieder überreichte Christian Becker ein Geschenk. Foto: Jonas Güttler |
Das eigentlich angedachte Geschenk, einen Gutschein für fünfmal Peking-Ente essen, brachte Janousek dann doch nicht mit. Dafür wurde Becker von allen Teilen seiner Gemeinde, auch von Bürgermeister Claus Jacobi, reich bedacht - und das meist in Blau-Weiß oder wenigstens in blau-weißem Geschenkpapier.
Blau-Weiße Geschenke für den Schalke-Fan
Ein Schalke- Poster mit allen Spielerunterschriften, Fotos, ein Video - gedreht von den Messdienern, Blumen, ein neues Messgewand und eine CD des Kirchenkabaretts zu der Lothar Isken- Nieder sagte: "Das könnte sie gut an uns erinnern", gab die Gemeinde Christian Becker mit auf den Weg nach Hongkong.
Dort wird der 41-Jährige die Leitung der deutschsprachigen Gemeinde übernehmen. "Wenn nicht jetzt, wann dann", sagte er gegenüber unserer Zeitung. Hongkong ist Partnerbistum des Bistums Essen, zu dem auch Gevelsberg gehört. Erste Besucher aus Gevelsberg haben sich in seiner neuen Heimat schon angesagt. Und Beckers Nachfolger steht auch schon fest: Martin Steis wird zu Pfingsten in die Gemeinde eingeführt.
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